Auf den Mensch gebracht
"Auf den Mensch gebracht" ist eine kleine Geschichte zum
Thema der Belastung auf den Rücken. Diese humorvoll-ironisch gemeinte
Betrachtung richtet sich hauptsächlich an all die ReiterInnen, die sich über den richtigen Sitz ihres Sattels
bisher eher weniger oder überhaupt keine Gedanken gemacht haben.
Was hat ein Sattel mit Einkaufstaschen gemeinsam???
Da Sie diese Seite aufgerufen und geöffnet haben, unterstelle ich
Ihnen, lieber Besucher, daß Sie womöglich positiv geneigt oder
aber kritisch gegenüber der Computer-Sattel-Analyse sind. In jedem
Fall aber sind Sie eines: Neugierig und interessiert!!!
Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, mit mir ein
kleines Experiment durchzuführen. Als Reiter sind Sie sicher phantasievoll. So reicht es
aus, wenn Sie dieses Experiment in Gedanken mit mir durchführen.
Stellen Sie sich bitte folgendes vor:
Also, Sie waren
einkaufen. Sie sind mittelmäßig stark, durchschnittlich
schwer und einigermaßen trainiert. Das Wochenende steht vor der Tür,
und Sie haben sich gleich für mehrere Tage "eingedeckt". Mit Ihrer Beute, zwei gut gefüllten Einkaufstaschen,
machen Sie sich auf den Heimweg. Und da es obendrein schönes
Wetter ist, gehen Sie - man ist ja umweltbewußt! - die paar Meter zu Fuß.
"Die paar Meter" strecken sich auf beinahe 30 Minuten, und wie es der Zufall will
(oder auch das Packvolumen Ihrer Einkäufe), haben Sie die beiden Einkaufstaschen
ungleich schwer beladen! Sagen wir die eine enthält ein paar Flaschen und
anderen Krimskrams und wiegt etwa 5 kg. Die andere enthält Gemüse und Salat und
hat
ein Gewicht von 2 kg.
"Was soll denn das jetzt?"
fragen Sie sich nicht ohne Grund. Aber bitte folgen Sie mir noch etwas
weiter:
Denjenigen, die bereits jetzt das Interesse verloren haben, sich
weiter mit dem Experiment zu befassen, möchte ich an dieser Stelle für Ihre
Aufmerksamkeit bedanken. Lenken Sie die Maus nach rechts oben auf das kleine
Kreuz (Machen Sie es nicht!!!) und versuchen Sie weiterhin, mit viel
Geld das richtige Pferd für Ihren Sattel zu finden, den erfolgreichen Spezialbeschlag
ausfindig zu machen, oder den Ostheopaten bei seinen Heilbemühungen zu
unterstützen. Oder vielleicht auch eine Möglichkeit: "dem blöden Vieh endlich
beizubringen wie es richtig zu gehen hat"...
Sie aber, die mir weiter folgen, spanne ich noch ein bißchen auf die Folter:
Stellen Sie sich weiter vor, Sie hätten heute morgen Ihre neuen Schuhe
angezogen. Leider haben Sie sich bei der Auswahl derselben ein bißchen zu wenig
Zeit genommen. Sie sind nun bereits auf der Hälfte des Weges. Und
nun?
Ich möchte
Ihnen Ihre körperliche Verfassung nun etwas eindringlicher beschreiben: Zunächst
verkrampft möglicherweise ihre Schulter, obwohl Sie doch insgesamt nur lächerliche 7
kg zu tragen haben. Sie würden am liebsten alle paar Schritte die beiden Taschen
in die jeweils andere Hand nehmen... Als nächstes beginnen Ihre Füße in den
unbequemen Schuhen anzuschwellen, werden schweißnaß und drücken vorne, hinten und obendrein noch am
Spann.
Und jetzt fragen Sie sich: Was hat das mit einem passenden Sattel
zu tun?
Vergleichen Sie mal die Situation in der Sie sich gerade gedanklich
befinden mit der Ihres Pferdes mit einem Sattel und Ihnen als Reiter. Da gibt es
nun mehrere Möglichkeiten:
1. Der Sattel "paßt" Ihrem
Pferd........vergessen wir das weitere.
2. Der Sattel paßt Ihrem Pferd nicht
richtig. Das Pferd ist unsymmetrisch (wie Sie als Rechtshänder) oder der Sattel
ist zu eng (wie Ihre Schuhe) oder der Sattel liegt nur einseitig auf (wie das
Gewicht der schweren Tasche), oder Sie haben einen einseitigen
Sitz.......
Auch wenn die einzelnen Faktoren nicht direkt
übereinstimmen, die jeweiligen Situationen und ihre körperlichen Auswirkungen sind absolut vergleichbar. Sie
und Ihr Pferd müssen etwa 10% Ihres eigenen Gewichts tragen, die Belastung ist
einseitig oder das Kleidungsstück (Schuhe / Sattel) paßt nicht.
Nur in einem hinkt unser
Vergleich:
Ihr Pferd ist - im
Gegensatz zu Ihnen - der Situation hilflos
ausgesetzt!!!
Ihr Pferd muß in der Regel länger
als 30 Minuten, vielleicht sogar mehrmals am Tag gehen. Es soll
dabei über längere Zeiträume die von Ihnen geforderte Leistung
bringen, soll sich unter ihrem Gewicht losgelassen bewegen und
dabei Ihre Hilfen annehmen, ohne sich zu verspannen...
Und nun?
Wenn
Sie sich bereits zuvor eindringlicher mit dem Problem befaßt
haben, wissen Sie: Den Sitz eines Sattels zu beurteilen, ist
eine äußerst komplexe Aufgabe, verlangt sehr viel Erfahrung auf
der einen Seite und gelingt eigentlich nur dem wirklich erfahrenen
Fachmann. Für den Laien ist bedeutet dies
zwangsläufig, beim Sattelkauf viel Vertrauen in teilweise
fremde und zuweilen selbsternannte "Fachleute" haben zu müssen.
Unsere Computer-Sattelanalyse bietet hier zwei wesentliche Vorteile:
1. Ihr Pferd kann nicht mitteilen, wo
"derSchuh drückt" . Die Computeranalyse zeigt - auch und gerade dem
erfahrenen Fachmann - wo konkret mögliche "Problemzonen"
liegen!
2. Durch die visuelle Darstellung der Belastungsverteilung werden
auch dem Laien die Aussagen des Fachmanns transparenter, und er kann möglicherweise "Schwarze Schafe" unter
den Sattelverkäufern schneller durchschauen.
.... und dies nicht auf dem stehendem Pferd, in irgendeiner
engen Stallgasse, sondern unter dem Gewicht des Reiters und in
voller Aktion!!!