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Im
nebenstehenden Bild sehen wir das Druckbild eines
hochwertigen Dressursattels auf einer Warmblut-Stute. Der Sattel wurde von einem Sattelmacher
handgefertigt und dem Pferd auf dem Rücken angepasst. Deutlich sind
die Druckzonen als rot bis orange ausgeprägte Zonen
zu erkennen. Deutlich sichtbar ist die erhöhte Druckbelastung auf
der rechten Seite. Ohne das zugehörige
Videobild wäre eine Interpretation nur relativ ungenau möglich.
So können wir aber im kleinen Videobild sehen, daß sich das Pferd
im Trab auf der rechten Hand befindet und die Reiterin
Ihr Gewicht folglich auch korrekt nach innen (also rechts) verlagert
hat. Die Wirbelsäule ist weitestgehend druckfrei
(weiße Farben bedeuten, dass kein Druck an der Stelle vorhanden ist).
Im Vorderen Bereich können wir allerdings grüne
Bereiche auf der Wirbelsäule erkennen, die auf nur eine geringe
Druckbelastung hindeuten. Dieses Druckbild ist zwar noch nicht kritisch,
veranlasst aber doch immerhin zur weiteren Prüfung dieses
Bereiches. Bei der optischen Überprüfung des Sattels
auf dem Pferderücken konnten keine Indizien für
Druckstellen in diesem Bereich festgestellt werden. Die Sattelkammer
war weit genug und es war möglich, bei aufsitzender Reiterin
zwischen Pferderücken und Sattel hindurchzuschauen. |
Schlimmer noch hat sich das Druckbild nach nur wenigen Runden im Arbeitstrab dargestellt (siehe rechts).
Auf dem Videobild ist deutlich zu sehen, dass es sich um dieselbe Reiterin und den gleichen Sattel handelt.
Auch hier die Druckausprägung deutlich auf der rechten Seite, aber die Druckzentren haben sich deutlich vergrößert und erstrecken sich bis über die Wirbelsäule des Pferdes.
Diese Druckbild ist zunächst nicht mit dem Bild des Sattels auf dem Pferderücken zu vereinbaren. Erst die Sattelunterlage bietet hier die Lösung. In diesem Fall verwendete die ambitionierte Turnierreiterin eine in der Rückenpartie gerade geschnittene Schabracke. Optisch sieht diese Sattelunterlage sehr schön aus, war aber die Wurzel allen Übels.
Durch die ungünstige Form, die sich der Anatomie des Pferderückens praktisch nicht anpaßt, wurde die Schabracke bei jedem Tritt durch das Gewicht der Reiterin und die nach unten ziehenden Sattelblätter so auf den Pferderücken gezogen, daß die nebenstehende Druckbelastung des Rückens entstand. Die Folge waren regelmäßig Ödeme (Wassergefüllte Schwellungen) Im Bereich der Wirbelsäule nach dem Reiten.
Die Verwendung einer geschwungenen,
anatomisch geformten
Satteldecke, die im
Bereich der Wirbelsäule "Luft" hat, brachte hier
leicht und preiswert Hilfe.
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Wir sehen hier die Druckbildaufnahme eines Dressursattels auf einem Warmblut. Hier ist ebenfalls deutlich zu erkennen, dass die gesamte Wirbelsäule mit nicht unbeachtlichen Kräften belastet wird. Wenn wir uns vorstellen, wie wir uns fühlen wenn wir einen Rucksack tragen der nicht über entsprechende Polster verfügt und unsere Wirbelsäule entlastet, können wir ansatzweise mit diesem Tier mitfühlen.
Wie im
ersten Beispiel wird auch hier eine im Rücken gerade geschnittene Schabracke als Sattelunterlage verwendet. Beim klassischen Sattel kommt der Sattelunterlage eine andere Aufgabe zu als beim Westernsattel. Die Polsterung befindet sich auf der Unterseite des Sattels und wird nicht durch die Satteldecke ersetzt. Diese dient nur der Vermeidung von Scheuerstellen und hauptsächlich zur Aufnahme des Schweißes.
Die Schabracke oder Satteldecke sollte im Bereich der Wirbelsäule geschwungen sein und sich somit der Anatomie des Pferdes bestmöglich anpassen. Das Satelblatt wird durch das Bein des Reiters und auch durch die Steigbügel regelmäßig nach unten gezogen und durch die Reibung zwischen Leder und Stoff der Schabracke wird diese ebenfalls nach unten gezogen. Dies findet gleichermaßen auf beiden Seiten des Pferdes statt und übt dadurch im oberen Bereich eine Zugkraft auf die Wirbelsäule aus welche sich im Druckbild stark negativ bemerkbar machen kann.
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Nachdem wir die Schabracke
unter dem Sattel entfernt haben, zeigt sich das Druckbild wie
rechts zu sehen. Wir erkennen zwei lang gezogene Druckzonen
links und rechts der Wirbelsäule. Diese sind symmetrisch
ausgeprägt und sind deutlich durch den gelben Balken in der
Mitte geteilt. Bei einer anderen Farbdarstellung wäre der
Bereich der Wirbelsäule nur hellgrün gefärbt. Die ideale Passform eines Sattels;
möglichst großflächig verteilte Kräfte symmetrisch zur
Wirbelsäule, keine ausgeprägten Druckzonen und eine freie
Wirbelsäule.
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Hier sehen wir das Druckbild
eines Westernsattels auf einem kleinen Araber. Auffällig und
leicht als Problemzone zu identifizieren ist der grüne Balken
im vorderen Bereich des Sattels. Beim Betrachten des
Videobildes ist zu erkennen. Das sic das Pferd im Moment der
Aufnahme mit der inneren Vorderhand nach vorne bewegt hat und
nun auffußt. Dieser Balken bedeutet zwar eine Druckentlastung
(grünliche Färbung), aber die roten Bereich davor sind ein
schlechtes Zeichen. Hier bietet der Sattel nicht genug
Freiraum im Bereich der Schulter. Bei der Vorwärtsbewegung
des Schulterblattes wird der Sattel durch dasselbe angehoben.
Zwangsläufig wird dadurch aber das Schulterblatt viel zu
stark belastet. Als zweiter
auffallender Punkt ist ein roter Bereich leicht
links neben der Wirbelsäule (Koordinaten etwa bei H 5) zu erkennen.
Dieser ist unsymmetrisch ausgeprägt (d. h. es befindet
sich keine ähnlich ausgeprägte Druckzone auf der anderen
Seite der Wirbelsäule). Hier konnte, nachdem der Sattel abgenommen
worden war, eine Verdickung der Haut (ähnlich einem dicken,
harten Pickel - im Volksmund auch Grützbeutel genannt)
identifiziert werden. Weiter ist zu sehen, dass die Wirbelsäule zwar
mit weniger Druck belastet wir als die Bereiche links
und rechts davon. Dennoch ist die Druckbelastung in diesem kritischen
Bereich eindeutig zu groß und der druckfreie Bereich viel zu schmal.
Hier ist aufgrund
der Weite der Sattelkammer auch durch eine angepasste
Sattelunterlage nichts zu machen. Dieser Sattel passt einfach
nicht.
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Hier nahezu das Idealbild eins passenden Sattels:
- 1. Deutlich die unbelastete freie Wirbelsäule in weißer oder nur leicht grünlicher Färbung.
- 2. Eine sehr großflächige gleichmäßige Druckverteilung auf dem gesamten Pferderücken mit leichter Intensivierung an der tiefsten Stelle das Rückens. Ein Zeichen, dass die Reiterin tief in den Sattel einsitzt. Und Ihr Gesäß an der richtigen Stelle und einen geraden Rücken hat.
- 3. Keine lokalen Druckstellen durch
fehlerhafte Sattelfertigung oder unsymmetrische
Muskelausbildung oder
Hautveränderungen.
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Durch teilweise recht
aufwendige und abenteuerliche Konstruktionen versucht mancher
Reiter, seinem Pferd gutes zu tun.
Hier ist ein
Haflingerwallach mit einem Westernsattel zu sehen. Um die
Wirbelsäule zu schützen und zu dämpfen wurde
ein Pad mit einer entsprechend dicken Wattepolsterung im Bereich der Wirbelsäule
unter den Sattel gelegt. Eine lobenswerte Absicht, die
- wie in der Graphik deutlich zu sehen - in
Ihrer Auswirkung allerdings genau das Gegenteil bewirkte. |
Nimmt man die ungeeignete Sattelunterlage nun heraus, so ist auch hier fast das Ideal zu sehen. Die Wirbelsäule ist frei und kann sich unter dem Sattel gut bewegen. Das gesamte Gewicht von Pferd und Reiter verteilt sich auf eine sehr große Fläche und übt dadurch lokal nur wenig Druck aus.
Durch die Verwendung einer geeigneten Sattelunterlage kann der Kauf eines neuen Sattel in vielen Fällen unnötig werden!!!
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