english version

» Satteltester «
Startseite Team-Satteltester.de
Der Satteltester
Zur Funktionsweise des Satteltesters
Wie man den Satteltester anwendet
Anwendungsbereiche des Satteltesters
Beispielbilder von Messungen
Häufig gestellte Fragen werden hier beantwortet
Entstehungsgeschichte zum Satteltester
Der Satteltester bezogen auf den Mensch
 
» Allgemeines «
Neuigkeiten zum Satteltester
Nehmen Sie kontakt mit uns auf
Zertifikate zum Thema Sattel und Pferd
Unsere Referenzen
Unsere Partner
Downloads
Sehenswerte Seiten im Internet
Impressum
Impressum
Homepage
 
» Galerie «  Home Sitemap

Einleitende Worte


Einleitend ein paar Worte zur praktischen Beurteilung der Sattelpassform mit der Computer-Sattel-Analyse: Vor der Messung mit dem Computeranalysesystems müssen die Untersuchung der Muskulatur sowie des Allgemeinzustandes des Pferdes durchgeführt werden. Dazu gehören vor allen die Muskel- und Sehnenstrukturen des Rumpfs sowie der oberen Extremitäten und des Halses. Ohne die Berücksichtigung von verkrampften Muskelstrukturen, Fehl- oder Schonhaltungen können die Druckbilder nicht richtig interpretiert werden und ermöglichen somit falsche Schlussfolgerungen. Die Interpretation von Druckbildern bei Pferden welche bereits Schonhaltungen entwickelt haben muss deutlich sensibler erfolgen als bei Pferden, welche eine lockere Muskulatur und entsprechend weiches Bindegewebe aufweisen. Schonhaltungen können dazu führen, dass der Sattel keine auffallenden Druckstellen aufweist, weil das Pferd durch seine Schonhaltung dem Satteldruck bereits ausgewichen ist. Aber nicht immer sind Schonhaltungen auf nicht passende Sättel zurück zu führen. Auch Schmerzen in den Extremitäten oder im Bereich der Aufhängungen derselben (Kreuzdarmbeingelenk, Schulter) können Schonhaltungen bedingen und können somit von der Normalform abweichende Rückenformen mit sich bringen. Die Folge ist auch dann unter Umständen ein nicht passender Sattel. Wichtig ist also in jedem Fall sich immer Kenntnis über den Zustand des Bewegungsapparates zu verschaffen um den Ursachen auf den Grund gehen zu können. Für die allgemeine Beurteilung des Sattels werden die Gangarten Schritt und Trab jeweils auf der rechten und linken Hand auf dem Zirkel und auf der Geraden mit dem Satteltester aufgenommen. Dabei sind Aufnahmesequenzen mit einer Dauer von 5 bis 10 Sekunden völlig ausreichen. Aus den ermittelten Druckwerten können die zeitlichen Mittelwerte oder die Maximalwerte dargestellt werden. Beide Grafiken können dann zur Bewertung herangezogen werden. Zur detailierteren Analyse können die Echtzeitdruckbilder zusammen mit den Videobildern ausgewertet werden. Dies ermöglicht Aussagen bezüglich des Bewegungsablaufs.



Situation:

Ein Westernsattel auf einer 5 Jahre alten Quarterhorsestute, Der Reiter, ein weltklasse Reiter (Reining) stellt während der Vorbereitung auf einen internationalen Wettbewerb einen deutlichen Leistungseinbruch bei seinem Pferd fest.
Es galt zu untersuchen ob der Sattel einen Einfluss darauf hat. Bei der vorausgehenden Untersuchung der Muskulatur zeigt sich ein verspannter Kapuzenmuskel.
Bereits beim Abtasten zeigt das Pferd deutliche Reaktion auf geringen Fingerdruck.

Druckbild Sattelvermessung Druckbild Sattelvermessung
Hier die Mittelwerte der Druckverteilung. Deutlich zu sehen, dass die Hauptlast im vorderen Bereich des Pferderückens einwirkt, und somit erhöhte Druckwerte im Bereich des Kapuzenmuskels bewirkt.

Die Betrachtung der Maximalwerte bestätigt diese Diagnose. Zudem ist eine deutliche Brückenbildung links und rechts von der Wirbelsäule zu verzeichnen.

Druckbild Sattelvermessung Druckbild Sattelvermessung
Die Mittelwertgrafik des neuen Sattels zeigt im Vergleich eine deutliche Verlagerung der Lasteinwirkung nach hinten auf dem Rücken. Dadurch wird ein Klemmen im Bereich des Widerrist verringert.

Die Maximalwertdarstellung zeigt eine Verringerung der Brückenbildung, eine Folge des vermehrten Schwungs des neuen Sattels.

Druckbild Sattelvermessung Druckbild Sattelvermessung
Ein dickeres und vor allen Dingen weicheres Pad entschärft die Situation weiter. Die Druckspitzen verschwinden noch weiter, das Druckbild wird „weicher“ und die Auflagefläche vergrößert sich etwas.

Auch bei den Maximalwerten wird eine weitere Verbesserung deutlich. Die hohen Druckmaxima verschwinden zunehmend und die Lastaufnehmende Fläche vergrößert sich auch hier.




Nachfolgende Bilder verdeutlichen sowohl die Leistungsfähigkeit des Satteltesters als auch die enorme Bedeutung der richtigen Sattelpassform als auch der richtigen Sattelunterlage.
Zu sehen sind Bilder welche in Zusammenarbeit mit der Hofsattlerei Cosack entstanden sind. Zunächst Bilder eines nicht optimalen Sattels. Anschließend wird der Sattel umgearbeitet. Zum Schluss sind Bilder mit einer weicheren Sattelunterlage zu sehen. Alle Bilder zeigen das gleiche Pferd, den identischen Reiter:

Druckbild Sattelvermessung Druckbild Sattelvermessung
Der Sattel liegt weit vorne und „klemmt“ im Bereich des Widerrist. Im übrigen Bereich liegt der Sattel „undefiniert“ (ungleichmäßig) und es sind Brücken zu erkennen (vor allen auf der rechten Seite).

Auch das Maximalwertbild bestätigt diesen Eindruck. Im Bereich des Widerrist sind deutliche Druckmaxima zu erkennen, während der Rücken im hinterein Bereich ungleichmäßig und weitaus geringer belastet wird.

Druckbild Sattelvermessung Druckbild Sattelvermessung
Nach dem Aufpolstern sind die starken Druckspitzen im vorderen Bereich weniger ausgeprägt. Der Sattel überträgt die Last auf einer größeren Fläche und ist auch im hinteren Bereich gleichmäßiger.

Die Maximalwertgrafik zeigt die deutliche Verringerung im Bereich des Widerrist noch besser. Allerdings ist im mittleren Bereich eine leichte Brückenbildung zu erkennen.

Druckbild Sattelvermessung Druckbild Sattelvermessung
Mit einer etwas dickeren und weichen Unterlage (Schaffell) wird das Bild noch feiner. Der Sattel trägt jetzt fast überall gleichmäßig. Deutlich ist rechts vorne (gelb) das Reiterbein zu sehen. Der Widerrist ist beinahe druckfrei.

Auch die Maximalwertgrafik verbessert sich stark. Die Druckwerte verringern sich stark im gesamten Bereich, und verschwinden im hinteren Bereich nahezu ganz. Die Wirbelsäule ist ganz druckfrei.




Unten sehen Sie die beispielhafte Aufnahmen von einem nahezu perfekten Dressursattel, einem lockeren Pferd sowie eines Reiters auf Grand-Prix-Niveau:

Druckbild Sattelvermessung Hier die Grafik aus einer Sequenz in Travers.
Wunderschöne gleichmäßige Druckverteilung über fast die ganze Auflagefläche.
Das verwahrende und das treibende Bein sind ganz deutlich zu sehen.
Die Wirbelsäule ist nahezu druckfrei.
Diese Konstellation ist Vorraussetzung für Höchstleistungen im Dressursport.
Das Bild wird lediglich durch Druckmaxima seitlich neben der Wirbelsäule im hinteren Bereich getrübt.
Druckbild Sattelvermessung Die Mittelwertgrafik des Sattels auf der langen Seite des Reitvierecks (Pferd gerade gerichtet) zeigt das Problem deutlicher.
Das Druckbild ist im Vergleich zu vielen, vielen Sätteln immer noch hervorragend, muss in dieser Leistungsklasse aber verbessert werden.
Vor allen links hinten wird das lange Rücken-Nackenband sicherlich durch die auftretenden Druckspitzen irritiert und auf längere Sicht unter Umständen geschädigt.
Zumindest wird das Pferd etwas irritiert auf Gewichtshilfen reagieren.
Druckbild Sattelvermessung Durch leichte Korrekturabreiten an der Polsterung sowie die Verwendung einer individuelle anpassbaren Korrektur-Decke können die Druckspitzen etwas reduziert werden.
Noch immer sind die Werte an der Wirbelsäule links hinten nicht im optimalen Bereich, zeigen aber eine deutliche Verbesserung.
Weitere Maßnahmen sind nötig um das Optimum zu erreichen – der Satteltester öffnet Wege zu neuen Klassen!